Schokoladensorten

Zartbitter, Edelbitter, Vollmilch, weiß, Ruby, Kuvertüre — die Regalsprache wirkt beliebig, folgt aber klaren Regeln: Hinter jeder Sorte steht ein definiertes Verhältnis von Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker und Milchbestandteilen.

Was „Kakaoanteil“ bedeutet

Die Prozentangabe auf der Tafel nennt den Gesamtanteil aus Kakaomasse und Kakaobutter. Eine 70-%-Tafel besteht also zu 70 % aus Kakaobestandteilen — der Rest ist im Wesentlichen Zucker. Mehr Prozent heißt: weniger süß, mehr Kakaocharakter — aber nicht automatisch besser; entscheidend bleibt die Qualität des Kakaos dahinter.

Die Sorten im Überblick

SorteMindestgehalte (EU-Recht)Charakter
Dunkle Schokolademind. 35 % Kakaotrockenmassekräftig; als „Zartbitter“ um 50 %, „Edelbitter“ ab ca. 60 %
Milchschokolademind. 25 % Kakao + Milchbestandteilecremig, karamellig; deutsche Vollmilch meist um 30 %
Weiße Schokolademind. 20 % Kakaobutter, 14 % Milchtrockenmasseohne Kakaomasse — Kakaobutter, Zucker, Milch, Vanille
Ruby(rechtlich weiße/Milch-Kategorie)2017 vorgestellt; rosafarben, beerig-säuerlich, aus speziellen Bohnen

Kuvertüre

Kuvertüre ist keine eigene Geschmacksrichtung, sondern eine Verarbeitungsqualität: Sie muss einen höheren Mindestanteil an Kakaobutter enthalten (mindestens 31 % Gesamtfett) und fließt dadurch dünn — ideal zum Überziehen, Gießen und für Pralinen. Fürs Backen und Glasieren ist Kuvertüre der Tafelschokolade fast immer überlegen; sogenannte „Kuchenglasur“ mit Fremdfetten statt Kakaobutter ist geschmacklich die schwächste Option.

Lesehilfe für die Zutatenliste

Sonderformen

Neben den Grundsorten hat sich ein breites Feld entwickelt: hochprozentige Tafeln (85–100 %), Rohschokolade (schonend verarbeitet, ungeröstet — sensorisch eigenwillig), Milch-Dunkel-Hybride („dark milk“ mit 45–60 % Kakao und Milch) sowie gesüßte Alternativen mit Kokosblütenzucker oder Süßungsmitteln. Für den Einstieg ins bewusste Verkosten ist eine gute 70-%-Herkunftstafel der Klassiker — wie man sie liest, zeigt der Beitrag Verkostung.

Häufige Fragen

Ist weiße Schokolade überhaupt Schokolade?

Rechtlich ja: Sie muss mindestens 20 % Kakaobutter enthalten und gilt damit als Schokoladensorte — auch wenn ihr die Kakaomasse und damit der typische Kakaogeschmack fehlt. Ihr Charakter kommt aus Kakaobutter, Milch, Zucker und Vanille.

Was ist Ruby-Schokolade?

Eine 2017 vom Hersteller Barry Callebaut vorgestellte Sorte mit natürlicher Rosafarbe und beerig-säuerlichem Profil, erzeugt aus speziell ausgewählten und verarbeiteten Bohnen. Rechtlich läuft sie in der EU unter den bestehenden Kategorien — eine eigene gesetzliche Sorte „Ruby“ gibt es bislang nicht.